Detektivarbeit im Archiv: Die Geheimnisse unserer Mühle seit über 400 Jahren
Wer ein altes Haus saniert, der bewegt nicht nur Steine und Holz – der blättert auch in den Seiten der Geschichte. Neben Staub und Schweiß auf der Baustelle haben wir in den letzten Wochen eine ganz andere, unglaublich faszinierende Arbeit investiert: Wir haben uns auf Spurensuche begeben, um die historische Vergangenheit von St. Jost und unserer Mühle lückenlos zusammenzutragen.
Das Ergebnis hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen. Plötzlich ist die Geschichte nicht mehr bloß ein diffuses Gefühl, sondern wir können die bewohnte und bewegte Geschichte dieses Ortes schwarz auf weiß auf einem Zeitstrahl nachvollziehen – und zwar zurück bis ins Jahr 1670!
Ein riesiger Schatz aus dem Landesarchiv
Ein ganz besonderer und tief empfundener Dank gilt an dieser Stelle dem Landesarchiv Rheinland-Pfalz in Koblenz. Die Unterstützung dort war einfach großartig. Wir haben einen riesigen Datensatz mit historischen Dokumenten erhalten, der für uns wie eine Schatztruhe war.
Stundenlang haben wir gesichtet, gelesen und gestaunt: Alte, handgeschriebene Verträge, historische Gerichtsurteile und jahrhundertealte Urkunden über und um St. Jost liegen nun vor uns. Jedes Dokument ist ein Puzzleteil, das uns zeigt, wer vor uns hier gelebt, gearbeitet, gestritten und gelacht hat.
Ahnenforschung für den Mühlenhof: Kirchenbücher und Matrikel
Um das Bild komplett zu machen, haben wir die alten Matrikel-Bücher der Pfarreien St. Kastor in Weiler und St. Quirinus in Langenfeld (unserem „Eifeldom“) ausgewertet. Zusammen mit den tiefgründigen Informationen aus dem historischen Kirchenbuch Wanderath konnten wir den Lebensweg der Menschen, die mit dieser Mühle verbunden waren, rekonstruieren. Es ist ein erhabenes Gefühl zu wissen, welche Namen und Schicksale mit den Mauern verbunden sind, die wir gerade restaurieren.
Eine ganze Region hilft suchen
Diese Spurensuche war jedoch kein Alleingang. Was uns auf dieser Reise am meisten berührt hat, ist die Welle der Hilfsbereitschaft in der Region. Ob aus Virneburg, Langenfeld, Welschenbach oder den vielen anderen umliegenden Orten und Gemeinden – überall haben uns Menschen mit Hinweisen, alten Geschichten, Tipps und offenen Armen unterstützt.
Dieses Tal hält zusammen, und das Interesse an der Wiederbelebung der Mühle geht weit über die Grundstücksgrenze hinaus. Dafür sagen wir von Herzen: Danke!
Wir wissen jetzt, auf wessen Fundamenten wir hier eigentlich stehen. Und dieses Wissen nehmen wir mit in jeden Balken, den wir einziehen, und jeden Stein, den wir setzen. Die Geschichte der Mühle ist noch lange nicht zu Ende – wir schreiben jetzt gerade nur das nächste Kapitel.
Schön, dass ihr uns auf diesem Weg begleitet!